CDU Sendenhorst-Albersloh

Politischer Sicherheitsabend im Hs. Siekmann: Wie gut sind wir auf Krisen vorbereitet?

Volles Haus bei der CDU: Was passiert, wenn plötzlich das Licht ausgeht?

Ein gut gefülltes Haus Siekmann, viele Fragen aus dem Publikum und ein Thema, das offenbar einen Nerv getroffen hat: Beim politischen Sicherheitsabend der CDU Sendenhorst-Albersloh ging es darum, wie gut unsere Stadt auf einen längeren Stromausfall oder andere größere Krisen vorbereitet ist.

CDU-Stadtverbandsvorsitzender Bernd Gassner begrüßte die Gäste. Mit Sebastian Schmidt MdB, Henning Rehbaum MdB und Markus Höner MdL waren unterschiedliche politische Ebenen vertreten. Den Blick auf die ganz konkrete Situation in Sendenhorst und Albersloh richtete Ratsherr Alexander Koch.

Und wenn Handy und Internet auch weg sind?

Was passiert, wenn nicht nur das Licht ausgeht, sondern nach einiger Zeit auch Mobilfunk, Internet, Heizung, Zahlungsverkehr oder technische Einrichtungen betroffen sind?

Genau diese Fragen machten den Abend spannend: Wo bekommen Bürger dann verlässliche Informationen? Wo kann ein Notfall gemeldet werden? Welche Einrichtungen bleiben arbeitsfähig? Und wie erreicht man Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind?

Dabei wurde deutlich: Sendenhorst startet nicht bei null. Feuerwehr, Sirenen, Warn-Apps, Cell Broadcast und vorhandene Krisenstrukturen sind da. Die entscheidende Frage ist aber, ob alles auch dann funktioniert, wenn mehrere Systeme gleichzeitig ausfallen.

Nicht nur reden – ausprobieren

Ein Punkt zog sich durch den ganzen Abend: Krisenvorsorge muss geübt werden.

Alexander Koch warb dafür, konkrete Szenarien durchzuspielen. Was geschieht zum Beispiel an einem kalten Wintermorgen, wenn Strom und Mobilfunk gleichzeitig ausfallen? Wer informiert wen? Wer trifft sich wo? Welche Technik hält durch – und wo liegen mögliche Schwachstellen?

Denn der Sinn einer Übung ist nicht zu beweisen, dass alles perfekt funktioniert. Im Gegenteil: Probleme sollte man besser während einer Übung finden als mitten in einer echten Krise.

Bund, Land und Kommune müssen zusammenspielen

Sebastian Schmidt MdB machte deutlich, dass Bevölkerungsschutz angesichts von Extremwetter, Cyberangriffen und Bedrohungen kritischer Infrastruktur wieder stärker in den Alltag gehört.

Henning Rehbaum MdB betonte, wie wichtig klare Zuständigkeiten und funktionierende Kommunikationswege zwischen Kommune, Kreis, Land und Bund sind.

Markus Höner MdL berichtete über Erfahrungen und Investitionen des Landes Nordrhein-Westfalen. Moderne Technik sei wichtig – entscheidend sei aber, dass sie verfügbar ist, beherrscht wird und in funktionierende Einsatzstrukturen eingebunden ist.

Vorsorge ohne Panik

Auch die Frage „Was kann ich eigentlich selbst tun?“ sorgte für viel Gesprächsstoff.

Die Antwort war bewusst bodenständig: Niemand braucht einen Keller voller Konservendosen. Ein sinnvoller Vorrat an Trinkwasser und Lebensmitteln, Medikamente, Taschenlampen, Batterien, Powerbank, Radio und wichtige Dokumente helfen bereits weiter.

Alexander Koch brachte es mit einem einfachen Vergleich auf den Punkt: Mit der Vorsorge ist es wie mit einem Rauchmelder – man hofft, ihn nie zu brauchen. Trotzdem ist es gut, ihn zu haben.

Unsere große Stärke: Menschen, die anpacken

Bei aller Technik wurde an diesem Abend auch deutlich, was Sendenhorst und Albersloh stark macht: Freiwillige Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Vereine, Kirchengemeinden, Landwirtschaft, Unternehmen und funktionierende Nachbarschaften.

Gerade in einer überschaubaren Stadt kennen sich Menschen, kennen Ansprechpartner und wissen oft, wer helfen kann. Diese soziale Infrastruktur ist im Ernstfall mindestens genauso wichtig wie Generatoren, Funkgeräte und Notstromversorgung.

Ein interessanter Abend, ein gut gefülltes Haus Siekmann und viele gute Fragen aus dem Publikum. Die wichtigste Erkenntnis: Vorsorge soll keine Angst machen – sie soll dafür sorgen, dass wir auch dann handlungsfähig bleiben, wenn einmal nicht alles so funktioniert wie gewohnt.

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